Hautnah | 5-6*

Der Film erzählt von den miteinander verknüpften Beziehungen und Schicksalen des Schriftstellers Dan, der Stripperin Alice, der Fotografin Anna und des Arztes Larry.

Inmitten von London begegnen sich der erfolglose Schriftsteller Dan und die gerade von New York nach England gekommene Alice und verlieben sich sofort ineinander. Dan verlässt für sie seine aktuelle Freundin. Als Dan ein Jahr später für einen auf Alice’ Leben basierenden Roman fotografiert werden soll, flirtet er mit der Fotografin Anna und küsst sie auch. Als diese wenige Minuten später erfährt, dass ihr Flirt bereits liiert ist, weist sie ihn zurück. Verärgert gibt Dan sich in einem erotischen Chat im Internet gegenüber dem Arzt Larry als eine zu allem bereite Anna aus und arrangiert ein Treffen der beiden im Aquarium der Stadt. Doch Anna und Larry verstehen sich und beginnen nun eine Beziehung, in deren Verlauf beide heiraten. Doch auch dieses Glück ist nicht von Dauer. Anna beginnt wider aller Vernunft doch ein heimliches Verhältnis mit Dan, und alle Protagonisten versinken immer tiefer in einem Strudel aus Sex, Gier, Verzweiflung und Lügen.

Anna trennt sich von Larry ebenso wie Dan von Alice. Während Anna und Dan ein neues Paar werden, geraten Larry und Alice aus der Bahn. Alice arbeitet wieder als Stripperin und wird von Larry zufällig in einem Stripclub wiedererkannt, er fragt sie mehrfach nach ihrem wahren Namen und bekommt als Antwort mehrfach Jane Jones, ist aber vom Wahrheitsgehalt nicht überzeugt, da er sie als Alice wieder erkannt hat. Larry versucht Alice zu einer gemeinsamen Nacht zu überreden, diese verlässt die Rolle der Stripperin jedoch nie, und lehnt ab.

Um ihren Ehemann dazu zu bringen, in die Scheidung einzuwilligen, schläft Anna noch einmal mit Larry, doch als Dan dies erfährt, beendet er die Beziehung. Er sucht später Larry in seiner Arztpraxis auf, der ihm nun darlegt, dass er wieder mit Anna zusammen sei und weist ihn darauf hin, dass Alice doch Dans wahre Bestimmung sei und sagt ihm auch, wo er sie finden kann. Larry, der sich an Dan rächen will, erzählt ihm zum Abschluss des Gespräches auch, dass er mit Alice geschlafen hat. Als Dan später Alice dazu zwingt, dies von sich aus zu offenbaren, beendet sie abrupt die Beziehung und kehrt wieder nach New York zurück. An der Passkontrolle weist sie sich mit einem auf Jane Jones ausgestellten Reisepass aus. Dan entdeckt erst später, dass sie den Namen Alice, unter dem er sie kannte, einer Gedenktafel entnommen hat.

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ich kann den film noch nicht einschätzen. sehr gut war, dass er nicht beschönigt hat und die aussage über depressive - allerdings habe ich in diesem zusammenhang julia roberts, die genauso gespielt hat wie in eat pray love, nicht ganz in ihrer rolle sehen können. ich bin noch dabei, zu entziffern, worum es überhaupt ging. dieser teil einer amazon-rezension hat mir weitergeholfen:

Hier ein Zitat des Produzenten aus dem DVD-Beiblatt: …”zeitgenössische Beziehungen, in denen die Anfänge so bedeutsam und aufregend sind, dass der Prozess des Verliebens süchtig macht. Die Menschen können abhängig vom Verliebtsein werden.” An dieser Stelle sei der Untertitel des Films erwähnt: “Wenn du an Liebe auf den ersten Blick glaubst, hörst du nie auf zu suchen.”

das, was wir (oder sagen wir es weniger illusionsraubend: die charaktere) liebe nennen, ist eigentlich also das nie endende suchen nach diesem gefühl von “verliebtheit”, die aufgrund des ungewöhnlichen wegs, auf dem sie entstanden ist, vielleicht noch an rauschfaktor gewinnt und den anschein großer bedeutung verleiht. wenn sie endet, und das tut sie zwangsläufig, sucht man sie erneut - dan wollte anna wohl deswegen. anna konnte mit niemandem wirklich glücklich sein, dazu ist dieses zitat von larry sehr aussagekräftig:

LARRY: She doesn’t want to be happy.
DAN: Everybody wants to be happy.
LARRY: Depressives don’t. They want to be unhappy to confirm their depression. If they were happy, they couldn’t be depressed anymore. They’d have to go out into the world and live, which can be depressing.

das wollte sie sich allerdings nicht eingestehen und deswegen glaubte sie sich wohl selbst, als sie mit larry schlief, während sie mit dan zusammen war, damit er die scheidungspapiere unterschrieb. aber das kleine lachen, dieses kleine aufblitzen von vertrautheit macht es relativ deutlich, wie auch larrys spätere aussagen - ob sie nun wahrheitsgemäß waren oder nicht - dass sie die scheidungspapiere nicht abgeschickt habe, sich also unbewusst für larry entschieden habe. als dan in seine praxis gestürmt kommt, sagt er ja auch: “gib mir anna wieder”, obwohl ihn anna zu keinem zeitpunkt verlassen hat. die fast sofortige zustimmung auf den vorschlag hin, er solle alice aufsuchen, zeigt nur, dass ihn die vorstellung, wieder diesen “anfangszustand” mit alice zu erreichen, praktisch ohne zweitgedanken reizt.
ich weiß allerdings nicht, was es über dan zu sagen hat, dass er am ende sagt, die wahrheit sei seine sucht, sie unterscheide “uns” von den tieren. und der schlag, ist er nur ein finaler höhepunkt oder steckt noch etwas dahinter, denn er und alice waren ohnehin auseinander?
und dass alice’ name jane ist und sie diesen nur als stripper-pseudonym nutzt, oder dass sie “konventioneller” aussieht und ihr aussehen letztendlich ausnutzt, als sie nach amerika zurückkehrt, bzw. dass sie schon nach einiger zeit beziehung mit dan ihre haare von rot nach schwarz färbt und sich normaler kleidet - dass sie auch ihren namen von einer plakette an dem ort gestohlen hat, an dem sie mit dan am ersten tag war - zeigt die ganze farce der dan-alice-beziehung auf, denn ihr wahres ich ist rothaarig und heißt jane, so wie beides auf ihrem pass, und während der beziehung ändert sie beides.
der versuch, eine endmoral herauszufiltern: liebe ist ein kurzweiliger rauschzustand und alles darauffolgende der versuch, ihn aufrechtzuerhalten vielleicht?
hm, zur bewertung. ich fand ihn teilweise zu wenig authentisch und dann wieder zu sehr, wie ein schlag ins gesicht. obwohl die schauspielerischen leistungen sehr gut waren, hatte ich manchmal - bei 
kleinigkeiten - die art von gefühl, die dich aus einem film rausreißt: das ist irgendwie nicht echt, das passt nicht.