Jeux d’enfants | 8*

Der Film spielt in einer belgischen Stadt, in der ein kleines Mädchen, Sophie, von einigen Kindern als „Dreckspolackin“ beschimpft wird. Ein Busfahrer und ein kleiner Junge, Julien, sind die einzigen, die ihr helfen, während sie ihre von den anderen Kindern in eine Pfütze geworfenen Schulhefte aufhebt.

Um sie aufzumuntern schenkt Julien ihr eine Spieldose, die ihm selbst sehr wichtig ist, da er sie von seiner todkranken Mutter bekommen hat. Darum bittet er sie, ihm die Dose ab und an zu überlassen. Entgeistert, dass er das Geschenk sofort wiederhaben will, verlangt Sophie, dass er ihr beweist, wie wichtig ihm die Dose ist. Dazu fordert sie ihn auf, die Handbremse des Busses zu lösen und als er nicht zögert, rollt der Bus ohne Fahrer, mitsamt den Kindern, die sie gehänselt haben, los. Es beginnt ein Spiel, in welchem die Spieldose nach jeder erfüllten Aufgabe von einem zum anderen wandert.

Zwischen dem Sohn wohlhabender belgischer Eltern und der Tochter armer polnischer Einwanderer entwickelt sich eine innige Freundschaft. Als Kinder ziehen sie beispielsweise ein Hochzeitsbuffet auf den Boden, während sie als Jugendliche ihre jeweiligen Liebhaber in die Spielchen hineinziehen. Dabei interessieren sie die Konsequenzen ihrer autoritären Eltern und der restlichen Umwelt überhaupt nicht.

Die sich entwickelnde Liebe wollen sie sich aber nicht eingestehen und stürmen daher nur von einem Kick zum nächsten. Die Spiele werden unterdessen immer extremer und existentieller.

Der vorläufige Höhepunkt ist, dass Sophie Juliens Hochzeit platzen lässt, er daraufhin von seinem Vater verstoßen wird und sie durch ein weiteres Spiel fast zu Tode kommt.

Nach 10 Jahren der Trennung kommt es zu einem fulminanten Ende, in dem die beiden ihre komplette Umwelt, die sie nur mit blankem Entsetzen anstarrt, ignorieren. Der Schluss besticht durch eine Mischung aus Schock und Romantik; ein simples Happy End, wie in den meisten Liebesgeschichten, wird dadurch konterkariert, dass sich die Beiden zwar glücklich, eng umschlungen küssend wiedergefunden haben, hierbei jedoch in einer tiefen Baugrube stehen, die, während sie sich küssen, mit Beton zugegossen wird.