Little Ashes | 8*

Ein beachtlicher Film, dem Pattinsons damals frisches Twilightdebüt ein Kuchenstück vom Ruhm überließ - was ihm jedoch eher geschadet hat, da es ihm ein wenig der wohlverdienten Achtung nahm. Aus meiner Sicht hat Pattinson Twilight ohnehin aus Karrieregründen gewählt. In Anbetracht seiner vorherigen Filme - er war vor allem in einigen bemerkenswerten Independentstreifen zu sehen - ist/war er gewöhnlich nicht leichtfertig mit der Rollenwahl. Sein Unglück war, wie der schnelle Ruhm nach Debakeln bei den filmischen Umsetzungen der Bücher zu Spott umschwenkte und die Masse sich gegen ihn wandte. Da ich seine Leistung besonders in diesem Film für wirklich gelungen befinde, hoffe ich für ihn, dass er seine Seriosität zurückgewinnt.
Sein Filmpartner, Javier Beltrán, der hier Spaniens wichtigsten Dichter García Lorca verkörpert, hat womöglich noch achtenswerter gespielt.
Es geht um Liebe. Nicht um Freundschaft und Karriere und Intrigen, wie der Trailer aus offensichtlichen Gründen vorgibt. Ein junger avantgardistischer Künstler, ein ambitionierter Dichter und der aufstrebende Filmemacher Luis Buñuel besuchen eine Madrider Universität. Das anfängliche Trio wird mehr und mehr zu nur Dalí und Lorca, die sich auf einer Ebene verstehen, die für andere nicht zugänglich ist. Das ist ihnen irgendwo bewusst, doch gerade Dalí kann es nicht wahrhaben - daher kommt es nur selten zu körperlichen Gefühlsausdrücken. Dalí ist ein schwer gestörter Mann, Lorca liebt ihn zu sehr, Dalí wird sich ihm nicht öffnen, lässt ihn im Stich, hintergeht ihn. Die musikalische Untermalung und Lorcas “Ode an Salvador Dalí” setzen noch eins oben drauf.